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In Nepal wird infektiöser Krankenhausabfall üblicherweise in Gruben geworfen, mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und angezündet. Die so erzeugten Temperaturen reichen nicht aus, um den Müll vollständig zu sterilisieren. Meist verbleiben unverbrannte Abfallreste. Diese werden durch freilaufende Tiere und Wind rund um die Gruben, die meist nahe der Krankenhäuser ausgehoben werden, verteilt. Regen spühlt Keime und Bakterien ins Grundwasser. Durch diese infektiösen Verunreinigungen steigt das Ansteckungsrisiko für Patienten, Personal, Besucher und Nachbarn betroffener Krankenhäuser. Technik ohne Grenzen (TeoG) möchte dieser Problematik entgegentreten.
Basierend auf Wissen und Kontakten aus dem Vorgänger-Projekt (Umweltfreundliche Entsorgung von infektiösen Krankenhausmüll in Bahunipati) werden in diesem Projekt drei Müllverbrennungsöfen an Krankenhäusern in den Orten Baluwa, Kattike Deurali und Manthali errichtet. Es wird ein bewährter Zweikammerofen gebaut. Durch die beiden Brennkammern sowie dem ca. 4 bis 5m hohen Schornstein können nachweislich dauerhafte Verbrennungstemperaturen von über 800°C (Spitzentemperaturen bis 1050°C) erreicht werden. Hierdurch ist eine sichere Dekontaminierung des Mülls gewährleistet, die Bildung von Ruß und toxischen Gasen wird minimiert (Dioxin-Fenster zwischen 300°C und 600°C) und das Müllvolumen wird erheblich verringert. Ein anschließendes Vergraben der Asche ist gefahrlos möglich. Verbrennungsraten von ca. 15kg/h pro Ofen wurden im Vorgängerprojekt erreicht.
Zur Durchführung wird ein Team aus drei Mitgliedern der Regionalgruppe Erlangen im Frühjahr 2018 ca. acht Wochen in Nepal vor Ort sein. Dem vorausgehend werden örtliche Krankenhausangestellte Vorbereitungen wie z.B. das Fundament und Materialbesorgungen durchführen. Unser Team wird mit den örtlichen Helfern bereits im Voraus in Kontakt sein und während des Einsatzes mit ihnen die Verbrennungsöfen errichten und testen. Die zuständigen Krankenhausangestellten werden darin geschult, die Öfen in Zukunft selbstständig zu betreiben, zu warten und zu reparieren.
Weiterhin werden vor Ort geeignete und interessierte Leute ausgebildet sowie motiviert, um zukünftige Müllverbrennungsöfen an weiteren Krankenhäusern in Nepal planen, errichten und das zuständige Personal in Betrieb, Wartung und Reparatur einweisen zu können. Unser Projekt basiert auf dem Grundsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ und zielt darauf ab, langfristig die Krankenhausmüllproblematik an Krankenhäusern in Nepal durch Einheimische verbessern zu können.
Das Projekt wird größtenteils durch die German Rotary Volunteer Doctors e.V. und eigenes Fundraising finanziert. Herzlicher Dank geht zudem an die Firma Testo SE & Co. KGaA aus Lenzkirch, die uns dank einer großzügigen Sachspende eines Rauchgasanalysegerätes helfen, die Qualität der Verbrennung zu kontrollieren und zu evaluieren.
Spenden sind via Betterplace oder Überweisung an die RG Erlangen jederzeit herzlich willkommen. Vielen Dank! Für Fragen sind wir gerne unter lukas.koeferl@teog.de erreichbar. 🙂
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